Bilder: Hilfe für Darfur, Sudan - Jan Hofer mit DRK unterwegsDienstag, 21. Juni 2005
06:30 Uhr Abflug nach El Fasher in Darfur . Dort unterhält das DRK zwei Krankenstationen. Eines im Abu Shouk Camp und das zweite in dem neu erbauten Al Salam Camp. Nach unserer Ankunft geht es sofort nach Al Salam. Dabei führt uns unser Weg durch die Stadt El Fasher. Die Straßen sind so schlecht, dass man permanent durchgeschüttelt wird und um den Zustand seiner Wirbelsäule fürchten muss. In der Stadt eine Kolonne von fünf DRK Lastwagen, die zum Tanken an einer Zapfsäule anstehen. Es ist viel sudanesischen Militär zu sehen, auch die Vereinten Nationen und die African Union sind präsent. Am Stadtrand wieder die schon aus Karthum bekannten Armenviertel. El Fasher hat ca. 200.000 Einwohner und in den Flüchtlingslagern leben nochmals ca. 85.000 Menschen.
Dienstag, 21. Juni 2005
Ein blonder Engel des DRK begrüßt uns mit einem strahlenden Lachen und erzählt, wie sehr sich die Mitarbeiter darüber freuen, dass Dr. Seiters und Jan Hofer sich ihre Arbeit ansehen wollen und wie wichtig dies für die Motivation aller ist. Sie erzählt von der großen Angst, wenn die Regenzeit kommt und das ganze Lager von Malaria bedroht ist. Wenn sich die vereinzelten Schutzmauern vor den Zelten, aus Lehm, durch den Regen auflösen, sich in allen kleineren und größeren Kuhlen Wasserpfützen und kleine Seen bilden. Die ideale Brutstätte für Malaria-Mücken. Die Klinik im El Salam Camp ist erst vor kurzem fertig gestellt worden und besteht aus verschiedenen Zelten. In der Mitte der Krankenstation unter einem Strohdach sitzen Kinder, Frauen und ein paar Männer. Sie wirken erschöpft und traurig und warten darauf, dass ihnen von den Ärzten und Schwestern geholfen wird. Ständig versuchen sie, die Fliegen zu vertreiben, die sich immer wieder auf Gesicht und Körper setzen. Ein langer Weg in die Sicherheit des Lagers liegt hinter ihnen. Viele haben Mitglieder ihrer Familie verloren und den Rest ihres Hab und Guts an Straßenräuber herausgeben müssen. Fast jeder, der das Lager erreicht, kann gerade sein Leben, sonst nichts, retten. Jedes Zelt in der Klinik hat seine eigene Funktion. Es gibt eine Annahmestelle, eine Apotheke, ein Labor, ein Behandlungszelt, ein Zelt mit Betten für die Patienten, die in der Station bleiben müssen und ein Zelt für Schwangere. Es ist erstaunlich wie gut die Mitarbeiter des DRK unter größten persönlichen Entbehrungen ein funktionierendes Gesundheitssystem aufgebaut haben. Alles für unsere Begriffe mehr als einfach eingerichtet und mit europäischen Standards in keiner Weise zu vergleichen, aber die Flüchtlinge können mit dem nötigsten versorgt werden.
Dienstag, 21. Juni 2005 -02
Zum Abschluss unseres Besuchs pflanzen Dr. Seiters und Jan Hofer noch einen Baum in der Krankenstation und am Eingang der Krankenstation. Weiter geht es zur Anmeldestelle, die belagert ist von hunderten Ankömmlingen aus den Krisengebeiten, die sich nun registrieren lassen. Man sieht sofort den Unterschied zwischen den „Neuen“ und den Menschen, die bereits im Camp leben. Man spürt ihre Unsicherheit und wie erschöpft sie von ihrer tagelangen Flucht und den Entbehrungen sind. Unvorstellbares liegt hinter ihnen.
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